Wallfahrt heute

In der Entwicklung der heutigen Wallfahrt, zu der noch fünf Prozessionen gehalten werden (Fronleichnam – Herz Jesu – Maria Himmelfahrt und Rosenkranzsonntag sowie die Lichterprozession am Rosari Samstag mit Häuserbeleuchtung), kam in jüngster Zeit eine Frauennachtwallfahrt über den im Jahr 2001 errichteten Pilgerweg von Sprechenstein ausgehend dazu. Dieser hat 14 Stationen bis zur Wallfahrtskirche; er führt auch an der kürzlich restaurierten Reiterkapelle vorbei. Geschaffen wurde dieser neu angelegte Weg orographisch rechts der Brennerstaatsstraße auf Anregung des Pfarrers Paul Neumair von Trens. Es halten die Seelsorgeeinheit Wipptal immer noch zwei Gerichtskreuzgänge, am 1. Mai und am 2. Samstag im Oktober ab. Zudem kommen die Psairer im Juni und die Psairer Jugendwallfahrt im Herbst über diesen Weg nach Trens. Die Frauennachtwallfahrt findet am 1. Oktober statt. Lange Tradition hat auch der Penser Kreuzgang über Stilfes. Die Pfarrei Pens gehörte früher zur Erzpfarrei Stilfes. Über die Wallfahrt wurde vor kurzen ein Filmdokument mit der Geschichte „Zur Gnadenmutter von Maria Trens“ gedreht und ist auf CD erhältlich. Ein großes Banner weißt zudem an der Staatsstraße ganzjährig die Vorbeifahrenden auf den Wallfahrtsort hin.

Der leider früh verstorbene Volkskundler Dr. Peter Stürz (+1984) schreibt 1978: „Unzählige Menschen aus der nahen Umgebung und aus weiter Ferne sind im Laufe der Jahrhunderte zur Gnadenmutter nach Trens gepilgert. Sie sind gekommen, um in großer leiblicher und seelischer Not Hilfe und Trost zu finden oder nach glücklicher Erhörung ihren Dank abzustatten. Wallfahrt hat eine lange Tradition und daher auch eine bestimmte Form, einen festgefügten Ablauf. Die überlieferten Wallfahrtsformen sind heute in einem starken Wandlungsprozess begriffen. Wallfahrt als Ausdruck der Frömmigkeit ist sicherlich auch in unserer Zeit noch eine gültige Aussage christlicher Lebensbezeugung. Die vielen Wallfahrer, die jährlich nach Maria Trens kommen, sind ein überzeugender Beweis für die Lebendigkeit der Wallfahrt in zeitnaher Form.“